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Crossladen
15.10.2010, 10:16
2011: UCI will nun auch eine Jedermann-Weltmeisterschaft
Für 2011 hat der Weltradsportverband eine erweiterte Rad-Weltmeisterschaft angekündigt. Danach sollen hier ebenfalls Jedermänner teilnehmen können.
Geplant sind etwa 15 Wettbewerbe, bei denen sich potentielle Teilnehmer qualifizieren müssen. Am Schluss der Saison sollen bei einer Abschlussveranstaltung die Weltmeistertitel in den verschiedenen Altersklassen vergeben werden. Offenbar ist geplant, dass bei den Qualifikationsrennen Rennfahrer mit oder ohne Rennlizenz teilnehmen können. Die neuen Jedermann-WM würden die bisherigen UCI-Masters-WM ersetzen.
Weitere Informationen folgen.

Sidekick
15.10.2010, 10:23
Halte ich auf den ersten Blick für groben Unfug. Wer auf den Titel Weltmeister scharf ist, der sollte in der Lage sein, sich ne Lizenz zu ziehen.

Hardattack.info
15.10.2010, 13:51
Generell finde ich die Idee nicht schlecht.
Doch wo werden diese 15 Wettbewerbe wieder sein?

Ist ja schon für nen lizenzierten Amateur-Sportler unzumutbar, der in der Süd-Hälfte Deutschlands wohnt, den D-Cup komplett zu bestreiten.

Wäre doch eher interessant so eine Veranstaltung wie Mol (kann auch woanders sein) auszubauen und z.B. Samstags die Hobby-Racer ohne Lizenz eine Meisterschaft austragen zu lassen und Sonntags die lizenzierten Amateure (so wie es in Mol eh schon ist).

HeFra
15.10.2010, 15:11
Jedermann ist doch völlig überflüssig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendein Jedermann in der Lage ist mir den Jungs mit zufahren die in den vergangenen Jahren die Master Trikots trugen. Da fehlt einfach die Rennhärte/erfahrung, egal wie fit die Jedermänner sind. Wenn es drauf ankommt wird in den Lizenzklassen doch um einiges härter gefahren als im Hobbybereich.

Crossanfänger
15.10.2010, 15:31
Vielleicht möchte man auch einfach mehr Starter bekommen. Also die Jedermänner können sagen wir waren bei einer WM.....und es stehen halt mehr Leute am Start.

Die Samstag-Hobby- Sonntag-Lizenz Geschichte find ich aber auch sinnig!

Gibt beim MTB ja zb in Salzdetfurth. Da wird Samstag Hobby DM gefahren....und Sonntag Bundesliga. Feine Sache. Man gehört irgendwie dazu......


Oder es ist der erste Ansatz die Hobbyklassen abzuschaffen. Also es gibt dann nur noch Lizenz. Ähnlich wie in den Niederlanden. Eigentlich keine schlechte Lösung. Auch der Veranstalter hätte im Endeffekt nur grob 3 Startzeiten und somit weniger Aufwand insgesamt (zB Helfer an der Strecke halten).

Hardattack.info
15.10.2010, 19:58
Jedermann ist doch völlig überflüssig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendein Jedermann in der Lage ist mir den Jungs mit zufahren die in den vergangenen Jahren die Master Trikots trugen. Da fehlt einfach die Rennhärte/erfahrung, egal wie fit die Jedermänner sind. Wenn es drauf ankommt wird in den Lizenzklassen doch um einiges härter gefahren als im Hobbybereich.

Gebe ich Dir natürlich vollkommen recht. Selbst ich als Lizenzfahrer werde nach 17Jahren Rennsport nie die Klasse erreichen, wie ein Jens Schwedler oder Timo Berner sie noch heute inne haben. Respekt!
Wenn man z.B. aber nach Mol fährt, dann ist das in gewisser Weise etwas ausgeglichener von der Konkurrenz, als wenn man mit 33Lebensjahren sich bei der Elite-Klasse mit zehn Jahre jüngeren auseinandersetzen muss.
Trotzdem lasse ich mir diese "Hatz" nicht nehmen, weil alleine die Renndauer einem entgegenkommt:daumen:

Ich denke auch, so ein Event als "Jedermann" auszurichten ist der falsche Ansatz. Dafür ist der Unterschied sowohl von Leistung wie auch Erfahrung in den meisten Fällen zu groß.
Kann mich hier nur dem Beitrag von "Crossanfänger" anschließen. Bad Salzdetfuth hat es richtig vorgemacht im MTB-Sport.

Aber was tippen wir uns die Finger wund, zum Schluss macht der Verband und die Funktionäre eh was sie wollen.

arno¹
21.10.2010, 22:47
"Das Geschäft mit den Jedermännern"

http://www.wdr.de/tv/sport_inside/sendungsbeitraege/2010/1018/jedermann.jsp

Immer mehr Event-Agenturen drängen in die Organisation großer Breitensport-Veranstaltungen. Volksläufe, Radrennen, Triathlons – überall in Deutschland werden die großen Treffen der Hobbysportler mittlerweile kommerziell organisiert. Den ehrenamtlich geführten Vereinen gehen dadurch die Einnahmen aus, gleichzeitig steigen für die Freizeitsportler die Startgelder. Die Nachfrage nach Startplätzen boomt, das Geschäft mit den Jedermännern verspricht große Gewinne. Die Agenturen profitieren dabei kräftig von der Fitnesswelle, während ehrenamtlich geführte Vereine in die Röhre gucken.
http://www.wdr.de/tv/sport_inside/sendungsbeitraege/2010/1018/bilder/bilder_jedermann/marathon_160.jpg (http://www.wdr.de/tv/sport_inside/sendungsbeitraege/2010/1018/jedermann.jsp?pbild=2) http://www.wdr.de/tv/sport_inside/codebase/img/icons/content_lupe.gif (http://www.wdr.de/tv/sport_inside/sendungsbeitraege/2010/1018/jedermann.jsp?pbild=2)Marathon-Meisterschaften in München

Dabei sind deren Dachverbände an der Entwicklung nicht unbeteiligt. Auch sie geben Veranstaltungen an Event-Agenturen ab. Zum Beispiel der Deutsche Leichtathletik-Verband die Marathonmeisterschaften 2006. Und das, obwohl bis heute in der Wettkampf-Ordnung steht, dass der Ausrichter von Wettkämpfen ein im DLV gemeldeter Verein sein muss. Oft werden deshalb extra Vereine gegründet, die nur den Zweck haben, eine einzige Veranstaltung auszurichten. Und die Deutsche Triathlon Union verzichtet beim Hamburg-Triathlon - mit über 10.000 Teilnehmern eine der größten Veranstaltungen der Welt – darauf, die Verbandsabgabe zu erheben, wie sie bei anderen Rennen üblich ist. Dadurch entgeht der DTU jährlich ein Betrag in fünfstelliger Höhe.

"sport inside" wird auf dem digitalen ARD-Kanal "EinsExtra" dienstags um 00:30 Uhr und samstags um 12:30 Uhr wiederholt.



massenveranstaltungen tausender hirnentleerter (blut muss in die muskeln) sind eh zum kotzen, obiger sachverhalt bestärkt mich da nur

hoffe, das es im cross in deutschland nicht so weit kommt

Sidekick
22.10.2010, 06:39
Das liegt ja auch an den Sportlern selber. Wenn niemand diesen hirnrissigen Eventscheiß zu exorbitanten Preisen mitmachen würde, dann wär dieses Phänomen ja auch bald wieder verschwunden.

Aber die Leute sind ja scharf auf diesen Eventquatsch. Einmal dabei sein, vor tausenden von Zuschauern laufen, radfahren wie auch immer. Und dafür bezahlen sie jedes noch so unverschämte Startgeld. Warum geht man sonst zu nem Marathon mit 20.000 Teilnehmern mitten in der Innenstadt, wenn man für 10% des Startgeldes nen Marathon umme Ecke im Wald haben kann? Die sind dann meistens auch noch besser organisiert, angenehmere Stimmung und schönere Landschaft sowieso.

Josxh
02.11.2010, 18:34
Ob man jetzt unbedingt eine Jedermann WM durchführen muss ist die eine Sache.
Die andere Sache ist, dass Jedermann Rennen absolut ihre Darseinsberechtigung haben, der Rennkalender im Süden DT. sähe ohne diese LowBudget Veranstalltungen um einiges ärmer aus.
Oftmals sind das Rennen die von ein paar Idealisten über die Bühen gezogen werden, die Anforderungen des Verbands sind ohne mittleren bis großen Sponsor kaum zu stämmen.....das hat nix mit Commerz zu tun.
Vergleiche zum Triathlon passen nicht, abgesehen davon dient die DTU bestenfalls als schlechtes Beispiel.

Sidekick
02.11.2010, 19:43
Gegen die Jedermann Rennen hab ich auch nix. Ist für viele ne gute Gelegenheit mal in son Crossrennen rein zu schnuppern. Oft auch mit Trekkingrad oder MTB. Aber ne Jedermann-WM muss wirklich nicht sein.

Bei den paar Rennen die ich bis jetzt miterlebt habe, stand irgendein VW-Bully oder ähnliches Fahrzeug mitten in der Pampa, da durfte man sich anmelden. Ein paar idealistische Bekloppte haben die Strecke präpariert und den Rest organisiert. Fertig ist das Rennen. Alle durch, vielleicht noch irgendwo nen Kaffee und nen Stück Kuchen, Ende Gelände.

Bei den Verbänden hab ich oft den Eindruck, dass sie ihrem eigenen Sport mehr Schaden zufügen als Gutes tun. Ich mein das jetzt nicht speziell auf eine Sportart bezogen.

Triathlon und Marathonveranstaltungen sahen ja auch nicht immer so aus. Die waren auch mal anders. Ob die Veränderungen den Sport jetzt nach vorne gebracht haben, sei mal dahin gestellt.

a.nienie
04.11.2010, 07:01
cx wird nie so boomen wie die laufveranstaltungen.

und wer wm will kann ja eine lizens lösen.

DaPhreak
04.11.2010, 15:39
Find' ich nicht schlecht. Warum sollte ich ne Lizenz lösen? Will mich nicht mehr mit 'nem 23 jährigen Studenten, der jeden Tag mehr als ausreichend Zeit zum trainieren hat, messen müssen.
Früher (bis Mitte der 90er) gab's ja auch ne Amateur-WM, die getrennt von der Profi-WM stattfand. Ist doch irgendwie vergleichbar.

BTW: Das es bei Lizenzrennen idR härter zugeht als bei Jedermann ist ja wohl logisch. Bei Profirennen geht es halt auch anders zu, als bei ABC. Übrigens war die Hobbyklasse beim letztjährigen Crossrennen in Rosenheim schneller als die Elite. War zwar nur die halbe Zeit, aber immerhin hat bei der Elite Marcus Burghardt gewonnen.

Jeder spielt halt in seiner Liga, und das ist doch auch gut so. Die arroganten Sprüche der Lizenzfahrer kann ich echt nicht mehr hören...:rolleyes:

Crossladen
15.11.2010, 18:39
http://www.tour-magazin.de/?p=9440

Crossladen
17.02.2011, 06:29
http://www.uciworldcyclingtour.com/

Ackebua
18.02.2011, 10:16
Auf der einen Seite fordern viele, daß der Verband / die Verbände alles besser organisieren sollen, einen besseren Rennkalender auf die Beine stellen und die Rennen attraktiver für alle machen sollen. Und auf der anderen Seite wollen dann genau diese Menschen keine Lizens lösen, weil sie mit dem organisierten Vereinsradsport nichts zu tun haben möchten. Ich kann das nicht wirklich verstehen. Wer keinen Sportverband finanzieren möchte, muß eben auf kommerzielle Events zurückgreifen. Wer sonst sollte so etwas für die Hobbyletten organiseren? Aber eine Jedermann-WM, daß passt nun wirklich nicht in diese Logik.

müsing
18.02.2011, 15:37
Auf der einen Seite fordern viele, daß der Verband / die Verbände alles besser organisieren sollen, einen besseren Rennkalender auf die Beine stellen und die Rennen attraktiver für alle machen sollen. Und auf der anderen Seite wollen dann genau diese Menschen keine Lizens lösen, weil sie mit dem organisierten Vereinsradsport nichts zu tun haben möchten. Ich kann das nicht wirklich verstehen. Wer keinen Sportverband finanzieren möchte, muß eben auf kommerzielle Events zurückgreifen. Wer sonst sollte so etwas für die Hobbyletten organiseren? Aber eine Jedermann-WM, daß passt nun wirklich nicht in diese Logik.

Volle Zustimmung!