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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bericht aus dem Jedermann-Bereich: Tour Transalp 2023, Teil 1


Don Vito Campagnolo
12.07.2023, 15:35
Was macht man als Flachländer und Crosser im Sommer, wenn´s niCX zu crossen gibt und das Radeln in der Ebene zu eintönig ist? Genau, einfach das Naheliegendste tun und über die Alpen radeln..

Im Laufe einer Woche passiert so viel, dass man leider vieles auch wieder vergisst. Dieses Jahr habe ich abends tägliche Kurzberichte verfasst, die es hier jetzt gesammelt in 2 Teilen gibt.
(Wieso 2 Teile? Nun: Der Text besteht aus 38480 Zeichen und ist damit zu lang, die maximale Länge beträgt 25000 Zeichen.)

https://www.helmuts-fahrrad-seiten.de/forum/download/file.php?id=1828

Prolog

Der Tag vor dem Grand Depart:

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Anders als im letzten Jahr, als Corona unser Team noch in letzter Minute dezimiert hat, sind dieses Mal alle 7 Fahrer wohlbehalten am Startort in Lienz/Osttitol angekommen.

Die Akkreditierung hat heute Mittag reibungslos geklappt und der Startbereich im Herzen der Stadt ist auch schon aufgebaut.

Abends beim „Meat and Eat“:

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Pastaparty und Streckenbriefing

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Was erwartet uns morgen? So sieht die erste Etappe aus:

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https://www.helmuts-fahrrad-seiten.de/forum/download/file.php?id=1829

1. Etappe, Lienz – Sillan

Die erste Etappe ist Geschichte. Als einziger echter Pass stand der Staller Sattel auf dem Programm – der war allerdings nicht „in einem Rutsch“ hochzufahren, sondern baute sich ordentlich durchgestuft vor uns auf.

Die Einstufung des heutigen Tages lautete Level 4 von 5 und es waren 113,68 km bei „nur“ 1934 HM (die einzige Etappe mit weniger als 2000 HM !) zu bezwingen.

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Zum Start kamen Urs und ich in den Genuss ganz vorn im Startblock A zu stehen – die anderen Jungs durften sich als Jäger weiter hinten einreihen.

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Die ersten 20 km waren zwar nicht flach sondern leicht ansteigend – dennoch waren sie in gerade einmal einer halben Stunde „erledigt“; Dittmar war auf diesen Stück auch schon an uns vorbeigerauscht bahnte sich seinen Weg nach ganz vorn.

Den Staller Sattel sind wir dann in „unserem Tempo“ hochgefahren, wobei unsere Synchronisation als 2er Team im Laufe des Tages immer besser wurde.

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Nach genau 2 Stunden Fahrzeit gesellte sich Dirk zu uns.

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Nachdem Urs aber die erste Verpflegung ausließ und ich dort nur ganz kurz stoppte hatten wir Dirk dort wieder verloren (hat er sich dort etwa als Buffet-Fräse betätigt?) und wir sahen ihn erst im Ziel wieder, wo er kurz nach uns gemeinsam mit Markus einrollte; Sven und Andi dicht dahinter.

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Die Abfahrt von Staller Sattel war zwar schön, allerdings auch nicht so ganz ohne: Viele enge Kurven und Kehren, die ohne erkennbares Muster angelegt waren. Dazu etliche Risse und einige Wellen im Asphalt – da musste man schon gut konzentriert hinabfahren.

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Das Feld war nun komplett fragmentiert: Vor der 2. Verpflegung waren wir einige Kilometer in einer Gruppe, die dann aber wieder zerfiel, d.h. den Rest des Weges legten Urs und ich überwiegend als Duo zurück.

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Ein nicht allzu langer, aber ziemlich ekliger Huckel war noch im Höhenprofil, die letzten 20 km ging es dann mit seichtem Gefälle und Gegenwind (als Nordlicht ist man ja Kummer gewohnt) in Ziel.

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Dittmar ist als 3. seiner AK auf dem Treppchen gelandet.

https://www.helmuts-fahrrad-seiten.de/forum/download/file.php?id=1836

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Andreas ist 23. Der Männer-Wertung, Markus und Sven liegen auf den Plätzen 29. und 30. der Masters und Dirk ist 41. der Grand Masters.

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Urs und ich liegen auf Platz 28 der Grandmaster-Teams uns sind an diesem Tag auch noch "Instagram-Stars" geworden:

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Zum Vergleich hier die blumigen Worte, mit denen der Veranstalter die heutige Etappe beschrieb:

Die TOUR Transalp 2023 betritt gleich zu Beginn Neuland. In Lienz waren wir noch nie mit diesem Rennen. Wobei? Alte Haudegen erinnern sich vielleicht noch an den Stopp der TOUR Trans Austria in Lienz. Das war 2006. Wir waren also doch schon mal hier, aber eben nicht mit der Transalp. Ganz neu, auch für treue TOUR-Racer, sind allerdings die ersten zwei Drittel dieser Startetappe. Sie führt hinein in eines der großen Täler Osttirols, das Defereggental. Das gräbt sich von Ost nach West hinein in die Berge und schafft einen Zugang zu den Hohen Tauern, deren Gipfel sich an seiner Nordflanke über 3000 Meter hinauf recken. Deshalb steht gleich zu Beginn ein Landschaftserlebnis der Ehrenkategorie auf dem Programm. Da ist noch sehr viel Natur rechts und links der Straße, besonders weiter hinten im Tal, wenn der Talschluss immer näher kommt. Auf den 35 Kilometern vom Taleingang bis zum Sattel, auf 2052 Metern Höhe, bleibt viel Zeit, Eindrücke vom Tal und von den Bergen ringsum zu sammeln. Die Größe dieses Einschnitts erweist sich zudem schnell als Vorteil, weil die 1250 Höhenmeter dieses Anstiegs dermaßen in die Länge gezogen sind, dass sich die Straße mit Steigungsprozenten dezent zurückhält. Am Staller Sattel ist auch die Grenze zu Italien erreicht und auf einer schmalen, geschwungenen Straße geht es zunächst hinab zum Biathlon-Stadion in Antholz. Jetzt wird die Fahrt flotter, die Straße breiter – sie führt jetzt eher geradlinig hinaus in das Pustertal, nach Olang am Fuße des Kronplatz. Erst jetzt betritt die Transalp wieder bekanntes Terrain. Wenig befahrene Seitenstraßen bringen die Teilnehmer jetzt abseits der Hauptverkehrsader über einen Hügel hinüber nach Welsberg und kurz auf dem Radweg weiter nach Niederdorf. Erst jetzt geht es wieder auf die breite Staatsstraße, flach über Toblach und Innichen zurück zur Grenze. Wieder in Österreich fehlen jetzt nur noch 4 Kilometer, um die Startetappe in Sillian zu vollenden.

Was erwartet uns morgen?

https://youtu.be/Q7DndZl1lzw

https://www.helmuts-fahrrad-seiten.de/forum/download/file.php?id=1830

2. Etappe, Sillian – Priemiero / San Martino di Castrozza

Den Höhenmetern nach (3300 HM verteilt auf 133,59 km) war das heute die Königsetappe. Von den fantastischen Aussichten auf die atemberaubende Dolomiten-Kulisse war sie definitiv königlich.

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Als Pässe standen uns heute der Passo Cimabanche, Passo Giau, Passo Valles und Passo Rolle im Weg, die Etappeneinstufung lautete Level 5/5.

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Zum Start ging es heute die letzten Kilometer der gestrigen Etappe in entgegengesetzte Richtung nach Italien. Das hieß also „leicht ansteigend“, was aber nicht gleichbedeutend mit „langsam“ ist: In gut laufenden Gruppen waren die ersten 45 km bis Cortina d’Ampezzo in 1,5 Stunden erledigt, dann begann der Anstieg zum Passo Giau:

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Die ersten Kilometer bis zur Verpflegung ließen sich noch sehr schön fahren, auf den gut 8 km danach zeigte der Berg schon eine weitaus ekligere Seite mit fast durchgängig 2-stelligen Steigungsprozenten – immerhin entschädigten die unzähligen Panorama-Blicke und die teils schnelle, aber durchweg schöne Abfahrt.

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Oben auf der Passhöhe des Giau stieß Markus zu uns und als wir gerade in die Abfahrt gingen, kam Andi auch oben an.

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Danach wurde es wieder zäher auf dem Weg nach Falcade und hinauf zum Passo Valles: Auch hier wieder häufig 2-stellig und ab der 2. Verpflegung einsetzender Regen – glücklicherweise nur sehr leicht und ab der Passhöhe war es ganz vorbei mit den Nass von oben.

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An der Verpflegung gesellten sich Andi und Sven zu uns und den Rest der Strecke kurbelten die beiden dann in Sichtweite vor uns.

Die Abfahrt war auch nur in der ersten Hälfte noch nass/feucht, danach schon abgetrocknet.

Der noch folgende Passo Rolle machte seinen Namen Ehre: Mit meist 6-7% rollte es sich hier wieder sehr gut hinauf zur Zeitnahme auf der Passhöhe; die folgende, ebenfalls sehr feine Abfahrt war neutralisiert.

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Dittmar war als Tagesfünfter kaum weniger erfolgreich als am Vortag, Gesamtrang 4.

Andi kam als 22. (Gesamtrang auch 22.) ins Ziel, Sven als 31. (Gesamt 32.) und Markus als 32. (Gesamt 31.).

Dirk hat die Etappe etwas länger ausgekostet und kam als 48. (Gesamt 46.) ins Ziel und Urs & ich überquerten als 29. Grandmasters-Team (Gesamt auch 29.) die Zeitmessung. Von seinem fulminanten Zielsprint (reflexartig, denn die Zeitmessung wurde mit einem GELBEN Schild angekündigt) qualmen Urs dann die Füße:

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Hier wieder die blumigen Worte des Veranstalters zur heutigen Etappe:

Wenn man nicht den Lenker sicher greifen müsste, würde man auf dieser Etappe am liebsten das Handy dauernd in der Hand halten. Das ist vielleicht die Etappe mit der größten „Instagramability“ – zumindest für diejenigen, die sich gerne vor berühmten Gipfeln in Szene setzen. Die Prominenz der Dolomiten, des Unesco Weltnaturerbes, steht entlang der Strecke Spalier: Drei Zinnen, Monte Cristallo, Hohe Gaisl, Antelao, Tofana, Monte Pelmo, Civetta und die Pale di San Martino. Hätte man nur einen Tag, um einem Berg-Neuling den Zauber der Dolomiten nahe zu bringen, das wäre die passende Sight-Seeing-Tour. Sportlich bestimmt der Passo Giau diese Etappe. Die Pass-Straße führt etwas abgelegen durch die Felstürme der Cinque Torri von Cortina hinauf zum höchsten Punkt der Etappe. Insider handeln den „Giau“ sogar als den schönsten aller Dolomitenpässe, vielleicht auch deshalb, weil er weniger überlaufen ist als andere Pässe dieses bei Urlaubern sehr beliebten Gebirges. Am höchsten Punkt beginnt dann eine lange Abfahrt bis Cencenighe, auf der sich die Beine etwas ausruhen können. Dann folgen aber noch einmal zwei Pässe, die aus dieser Etappe die Königsetappe der TOUR Transalp 2023 machen. Der lange Anstieg über Falcade, früher ein paar Mal Etappenort der TOUR Transalp, hinauf zum Passo Valles saugt jetzt mächtig an den Kornspeichern. Und die Zugabe am Ende, die extra 400 Höhenmeter hinauf zum Passo Rolle, würde man sich gerne sparen. Aber dann kommen die extravaganten Zacken der Pale di San Martino in den Blick und schon sieht die Sache wieder anders aus. In derart gewaltiger Kulisse strampelt es sich einfacher, weil die Reizüberflutung in den Sehnerven die Schmerzrezeptoren in den Beinen überspielt. Vom Passo Rolle folgt eine kurze, schwungvolle Abfahrt im Antlitz der Pale hinab nach San Martino di Castrozza. Prädikat: Gigantisch!



Was erwartet und morgen?

https://youtu.be/9q0CvCeW1-w

https://www.helmuts-fahrrad-seiten.de/forum/download/file.php?id=1831

3. Etappe, Primiero / San Martino di Castrozza – Pederobba

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Die heutige Etappe begann mit dem, was ich überhaupt nicht mag: Eine neutralisierte Bergabfahrt hinter Führungsfahrzeugen. Das ist immer mit viel Bremserei und Stress verbunden, lässt sich aber manchmal nicht vermeiden und es ging auch alles gut.

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2 Pässe standen heute auf dem Programm: Der legendäre Passo Croce d’Aune (hier soll Tullio Campagnolo den Schnellspanner erfunden haben, Grundlage seiner später gegründeten Firma) und der Monte Grappa. Das hieß 132,08 km und 2625 HM, machte einen Level 4/5.

Durch die morgendliche Abfahrt war der Fuß des ersten Passes schnell erreicht und die ca. 600 etwas ungleichmäßig auf 12 km Länge verteilten Höhenmeter waren auch zügig absolviert.

Nach etwa 2 Stunden war die erste Verpflegung erreicht, hier gesellten sich Markus und Dirk zu uns. Im Anstieg des Monte Grappa (etwa 1500 Höhenmeter sehr unrythmisch auf 30 km verteilt, mit einigen kleineren Mini-Abfahrten drin) schlug Dirk frühzeitig einen etwas ruhigeren Rhythmus an. Urs hingegen fuhr die erste Hälfte des Anstiegs wie ein junger Gott – da kam ich zunächst nicht hinterher und fuhr mit Markus mit einigem Abstand hinterher.

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Auf einem flacheren Abschnitt mit 1,5 – 3 % Steigung konnte ich wieder aufschließen, bald darauf war Markus auch wieder da – Gruppo Compatto.

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Glück hatten wir mit der Temperatur: Morgens stieg sie gleich schnell an, hielt sich dann aber im Anstieg bei 26°C, weiter oben waren es sogar noch ein paar Grad weniger – die befürchtete „Grillparty“ fand also nicht statt.

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Den Rest der Etappe legten wir als Trio zurück: In der etwas anstrengenden Abfahrt (eng, winklig, Wechsel zwischen nicht gutem und schlechtem Belag) gab ich die Linie vor und 18 km später und fast 1400 m tiefer unten in der italienischen Flachebene wartete dann der gut geheizte Backofen mit bis zu 35°C.

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Die fehlenden 26 km bis in Ziel waren das, was man so harmlos mit „kupiertem Gelände“ umschreibt: Hier galt es in kleinen Häppchen auch noch einmal 400 Höhenmeter einzusammeln. So ging es dann mit dem letzten Tropfen Treibstoff im Tank über die Ziellinie.

Dittmar war als Tagesfünfter (Gesamt 4.) längst da.

Markus erradelte sich Platz 28 (Gesamt 28.), Sven als 34. (Gesamt 32.) und Andi als 24. (Gesamt 22.) kamen auch bald nach uns , gefolgt von Dirk als 42. (Gesamt 44.).

Urs und ich holten den 20. Platz und verbesserten und gesamt auf Platz 27 – da war eine feine Grillwurst im Ziel redlich verdient.

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Hier die blumigen Worte des Veranstalters zur heutigen Etappe:

Auch an Tag 3 bekommt der Teil des Gehirns, der für das fotografische Gedächtnis zuständig ist, viel zu tun. Zumindest wird der dahingehend gefordert, völlig unterschiedliche Landschaften in den richtigen Kontext zu bringen. Vom Bergdorf am Fuße der 3000-Meter-Plus-Wolkenkratzer der Pale di San Martino führt die Strecke in nur wenigen Stunden dahin, wo die Trauben für den Prosecco gedeihen. Das sind zwei Welten, optisch, kulturell, klimatisch – diese Etappe ist eine kleine Transalp in sich. Pederobba räkelt sich auf nur noch 200 Metern überm Meer an den Südrand des Monte-Grappa-Massivs in der Sonne. Auf dem Weg dorthin stellen sich aber noch der Passo Croce d’Aune und besagter Monte Grappa in den Weg. Der Croce d’Aune, zuletzt 2018 bei der TOUR Transalp überquert, ist ein unscheinbarer Pass im Hinterland von Feltre dessen Rampe sich durch malerische Dörfer hinaufschlängelt und danach eine flotte Abfahrt bis vor die Tore von Feltre zu bieten hat. Der Monte Grappa, der zweite Berg dieser Etappe, ist ein weitläufiges Massiv mit grün bewachsenen Flanken, dessen Gipfel nur mehr die 1700-Höhenmeter-Marke knackt – nichts im Vergleich zu den Gipfeln der Dolomiten. Das macht dem Grappa aber gar nichts, denn stolz thront er 1500 Meter über der Ebene zu seinen Füßen. Er ist der letzte echte Berg der Alpen. Bis zur Adria hat das Gebirge jetzt nichts mehr anzubieten außer ein paar von oben gesehen mickrigen Zypressenhügeln. Von hinten angefahren wirkt der Grappa noch wenig spektakulär. Die Verkehrswege an seiner Südflanke dürfen allerdings allesamt als Definition des Begriffs „Panoramastraße“ gehandelt werden. Von ganz oben wartet dann eine wilde, verschlungene Abfahrt an der Südseite des Massivs hinab bis Semonzo vor die Tore von Bassano del Grappa. Von der Stadt, dem größten Ort am Bergmassiv, führt die Strecke aber jetzt weg in Richtung Osten am Fuße des Berges über Crespano del Grappa, das bereits mehrfach Etappenort der Transalp war, bis nach Pedrobba. Aber nicht auf dem ganz direkten Weg, weil die Strecke auf den letzten Kilometern noch mit ein paar kleinen Hügeln spielt, die von kleinen, kurvigen Straßen im Auf und Ab durchzogen sind und am Ende noch einmal ein paar Körner fressen.

Was erwartet uns morgen?

https://youtu.be/BVcb-OV1cqI

https://www.helmuts-fahrrad-seiten.de/forum/download/file.php?id=1832



2. Teil siehe hier: https://forum.cx-sport.de/showthread.php?t=10341

Elmar
13.07.2023, 11:30
Geil, Neid Tolle.

Schöne Bilders.

Peter von der Saar
14.07.2023, 06:15
prima!

klare sache, son alpenpass.
kein bluff möglich.

klaus
14.07.2023, 09:29
Grosses Kino und so :daumen:

Elmar
15.07.2023, 10:14
Der willuns Nasen lang machen